Das Kinderheim 360 Grad

Das damalige Kinderheim360 wurde 1979 von Gudrun und Ludwig Funk gegründet und 2006 an ihre Tochter übergeben. Das Kinderheim360 ist ein kleines Kinderhaus mit 11-12 Plätzen und wird als gemeinnützige GmbH geführt. Das Haus liegt in Runkel einer Kleinstadt, eingebettet in einem Wohngebiet. Die Stadt Runkel ist wunderschön gelegen. Der Fluss Lahn fließt, eingerahmt von der Burg Runkel und dem Schloss Schadeck, mitten durch diesen idyllischen Ort. Die Atmosphäre des liebevoll eingerichteten Hauses, der herzliche und freundliche Umgang mit den Kindern und die engagierten Mitarbeiter machen das Kinderhaus zu einem besonderen Ort. Hier können traumatisierte und seelisch und körperlich misshandelte Kinder und Jugendliche, die keinen guten Start in ihr Leben haben, behütet und liebevoll betreut, aufwachsen.

Beschäftigte des Kinderheims 360Grad

Unser Haus bietet Kindern eine familienähnliche Betreuung. Demzufolge sind im Kinderheim360Grad sechs pädagogische Mitarbeiter/innen, Erzieher und Sozialpädagogen beschäftigt, die z.T. mit heilpädagogischen Zusatzqualifikationen ausgerüstet sind. Für eine Grundsauberkeit wird zusätzlich durch eine Reinigungskraft gesorgt, aber auch Honorarkräfte stehen zur Individualbetreuung in verschiedenen Bereichen wie z.B. Psychologischer Betreuung, Nachhilfe oder Musikunterricht zur Verfügung.

Therapie von Trauma

Kinder wie Menschen leiden unter Traum – Durch ihre schwerer Traumatisierung ist die Zeit wie Weihnachten oder der Geburtstag oder “Familienfeiertage” für die jungen Menschen immer wieder sehr belastend. Gerade dies ist für die Kinder eine besonders schwierige Zeit. Sie erinnern sich an ihr Trauma und werden nur dadurch, das zum Beispiel “bald Weihnachten ist” getriggert (es erinnert sich an einen Gegenstand oder eine Situation, die unmittelbar mit der Traumatisierung zusammenhängt, bzw. damit wahrgenommen wurde), dh. sie bekommen einen “Flashback” ,verfallen wieder teilweise in das Trauma bzw in die traumatisierende Situation zurück.

Trauma: Hier eine kurze oberflächliche Erläuterung zum allgemeinen Verständnis:

Vorgänge im Körper während der Traumatisierung: Durch ein schlimmes Ereignis „schaltet“ das Gehirn verschiedener Stufen, je nach härte des Traumas herunter. Wenn die Erkenntnis da ist, das der Zustand unausweichlich ist, keine Flucht möglich ist, verfällt der Körper zunächst in eine Starre- die Schmerzempfindlichkeit, das Empfinden kann ausgeblendet werden- Der Körper „trennt“ sich vom Geist. Die zweite Stufe ist, das der „Starre Zustand“ so ausgeweitet wird, das sich das bewußte Wahrnehmen „ausschaltet“- das Gehirn reduziert seine Aktivitäten auf das Reptiliengehirn. Das bedeutet nur noch der Überlebensinstinkt instinktive Reaktionen sind möglich. Der Körper befindet sich entprechend im Schockzustand wie z.B. Starre, Schweißausbruch Angst….

Dieser Ablauf macht ein "Überleben" in der traumatisierenden Situation möglich.

Wird das Kind durch einen Gegenstand oder eine Situation, die es mit dem Trauma verbindet „getriggert“ – an das Trauma erinnert, kann es je nach „Heilungsstand“ wieder in die verschiedenen Stufen zurückgeworfen werden, ohne das es Einfluß darauf hat. Allein die Tatsache z.B. das es bald Geburtstag hat, kann das Kind „triggern“, es fühlt sich einsam- wie im Moment der traumatisierung- und fällt in die Phasen- je nach Schwere, bis hin zu unsteuerbaren körpernlichen Reaktionen- zurück.

Dieser Zustand kann auch wochenlang anhalten, das Kind befindet sich permanent in Stress, schläft nachts kaum. Körperliche Symptome, die teilweise mit den og. „Stufen“ einhergehen sind über einen langen Zeitraum präsent. Die Reaktionen der Kinder können sich unterschiedlich, bis hin zu extremer Aggression äußern. Dies macht z.B. ein Zusammenleben in der Gemeinschaft unmöglich, sie sind durch ihr Verhalten in einer Gruppe- sei es Familie oder eine Andere Lebensgemeinschaft, untragbar. Sie „landen“ deshalb oft in Heimen, weil sie niemand versteht. Die Traumapädagogik steckt derzeit noch in den „Kinderschuhen“. Normal ausgebildete Pädagogen, können die Bedürfnisse dieser Kinder nicht immer entsprechend verstehen und versorgen.

Es gibt eine gute Nachricht: Trauma ist heilbar!

Zwar können auch wir das erlebte Trauma nicht ungeschehen machen, jedoch kann über eine gute Bindung nach und nach so viel Sicherheit und Vertrauen aufgebaut werden, das die Kinder und jungen Menschen Lebensmuster neu erlernen und somit die Sicherheit und das Vertrauen zurückerlangen um zu einer selbstbewussten und zufriedenen Persönlichkeit heranzureifen. Eine Heilung kann also durch eine gute, liebe und vertrauensvolle Bindung erfolgen.